Nein, ich bin immer noch kein Fan der Gorillaz. Diese ganze Comic/Pop-Idee hat mir von Anfang an nicht gefallen, und auch der Musik konnte ich bislang wenig abgewinnen. Dass ich mir trotzdem den Film Gorillaz Go Bananaz angesehen habe, liegt vor allem an den beiden Köpfen hinter den der Gorillaz, Jamie Hewlett (Artwork) und Damon Albarn (Musik), denen bei der Arbeit zuzuschauen wirklich sehr kurzweilig ist. Außerdem gibt es den Film ja gratis im Netz. Nur die Zeit muss man sich nehmen.
Supergroup nennt man eine Band, die sich aus Musikern zusammensetzt, die ohnehin schon berühmt sind. Im Fall von "Punk Fiction" müsste man analog dazu von einem Superbook sprechen: Zahlreiche Größen der britischen Independent-Szene haben dafür Kurzgeschichten beigesteuert, die von Punk-Songs inspiriert worden sind. Mit dabei (u.a.):
Kele Okereke (Bloc Party) Billy Childish
Billy Bragg
Alison Mosshart (The Kills) Paul Smith (Maximo Park)
Kate Jackson (Long Blondes)
Das Vorwort hat Johnny Marr (The Smiths) geschrieben.
Als Inspiration für die Kurzgeschichten dienen Bands wie The Buzzcocks, The Ramones, The Ruts und die Sex Pistols.
Von den ohnehin nicht teuren 9,99 Pfund, die das Buch kostet, geht auch noch ein Pfund an die Kinderkrebshilfe. Ein Kapitel (das von Maximo Parks Paul Smith) hat der Independent vorab veröffentlicht.
Zugegeben, rein rechnerisch könnte es doch noch irgendwie schief gehen. Dann nämlich, wenn der Tabellenzweite Hampton & Richmond am kommenden Wochenende mit sieben Toren Abstand (oder so) gewinnt und der AFC Wimbledon sein letztes Heimspiel ähnlich haushoch verliert. Faktisch aber steht seit Samstag fest, dass der "Fan’s Club" AFC Wimbledon Meister der Blue Square South wird und in der kommenden Saison zum ersten Mal in einer landesweiten Liga spielt. Bei Youtube gibt es inzwischen übrigens einen AFC-Wimbledon-Channel, auf dem 10-minütige Zusammenfassungen aller AFC-Spiele gezeigt werden, zum Beispiel das aktuelle (und vorentscheidende) 1:1 gegen Hampton & Richmond:
Ein Bisschen Angst habe ich ja vor dem neuen, noch nicht erschienenen, Album der Rumble Strips. Nach dem gefeierten Erstling "Girls & Weather", der sich anhörte, als wäre er in einem Heuschober aufgenommen worden, schienen die vier sympathischen Zauseln jetzt auf Superstar zu machen: ließen sich von Mark Ronson produzieren, sind für die Aufnamen in ein Studio nach New York gegangen und haben ihre Streicherparts von einem Orchester in Prag einspielen lassen. Das erste Stück, das man sich von der neuen Platte anhören kann, "London", hört sich aber nicht wesentlich anders an als das, was man von den Rumble Strips gewohnt ist. Gut so!
"London" kann man sich hier herunterladen (Registrierung notwendig), ein Video von den Aufnahmen in Prag gibt’s hier:
Seit der Single "Emily Kane" bin ich ein Fan der Band Art Brut. Deren Sänger Eddie Argos vereint in sich alles, was ich an englischer Popkultur so liebe: Seine Texte speisen sich aus dem Alltag der einfachen Leute, und gleichzeitig ist er ein durchgeknallter Exzentriker. Er kleidet sich wie ein Dandy, ist aber in Wahrheit ein Punk. Er kann nicht singen, tut’s aber trotzdem. Die dritte LP "Art Brut vs. Satan" erscheint in der kommenden Woche und ist musikalisch nicht gerade ein Geniestreich an Originalität. Aber das, was sie am besten können, Schrammelmusik mit intelligenten Texten, machen Art Brut wie immer sehr gut. Bei Youtube gibt es die Vorabsingle "Alcoholics Unanimous":
"Fool’s Day", übersetzt etwa "Narrentag", nennen die Engländer den 1. April, und genau wie bei uns wird dieser Tag genutzt, um erfundene Geschichten in die Welt zu setzen oder einfach die Leute zu verarschen. Zwanzig Meister dieses Fachs, die so etwas gerne auch an den übrigen Tagen des Jahres machen, haben sich gestern in London getroffen: die Staatenlenker der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen. G20, die Großen 20 nennen sie sich selbst - die linken Londoner, die massenhaft demonstriert haben, hatten dagegen den Financial Fool’s Day ausgerufen, den Tag der Narren der Finanzwelt. Die Polizei reagierte mit brutaler Härte und kesselte zahlreiche Demonstranten ein. Das geplante Konzert von Kate Nash, Billy Bragg und Get Cape, Wear Cape, Fly vor der Bank of England musste deshalb in ein spontanen Akustik-Auftritt umgewandelt werden - trotzdem: ein schönes Statement.