Mein erster Arztroman

Es wird Euch überraschen, aber die einzige Fernsehserie, die ich regelmäßig gucke, ist nicht Eastenders, The Office oder irgendwas anderes Britisches, sondern Dr. House. Warum das so ist, kann ich gar nicht so richtig sagen, ich bin da irgendwie reingerutscht - auf jeden Fall liegt es nicht daran, dass der Hauptdarsteller Hugh Laurie ein Engländer ist (was ich ohnehin erst später erfahren habe). Was Laurie nun aber wirklich zu einem Fall für Brit-Blog werden lässt, ist die Tatsache, dass er ein Buch geschrieben hat, man ihn also zu 100 % einen Brit-Autoren nennen kann. Ein schreibender Schauspieler, fragt Ihr jetzt? Ich war ja auch skeptisch. Zumal "Bockmist" bereits in den 1990er Jahren (unter dem Titel "Der Waffenhädler") erschienen ist und sich erst jetzt, nach Lauries Fernseherfolgen neu aufgelegt, richtig gut verkauft. Doch das Buch ist richtig gut. Es ist ein skurriler Agententhriller, der aber mehr komisch als spannend ist und vor allem vom Sprachwitz lebt. Mit Dr. House hat das Ganze überhaupt nichts zu tun, dafür viel mit britischem Humor und viel Londoner Lokalkolorit.

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The Smiths werden 90!

Die Band, die uns einst mit sicherer Hand durch Ölkrise und RAF-Terror führte, wirkt trotz der jahrelangen Kettenraucherei noch immer topfit und feiert ihr Jubiläum mit einer 2-CD-Compilation und neuen Gerüchten um eine Reunion. Okay, das mit der Reunion stimmt (mal wieder) nicht, aber die Compilation mit dem Titel "The Sound of The Smiths" gibt es wirklich. Den guten Kritiken, die ich allerorten dazu lese, kann ich mich aber nicht anschließen. Geschätzte 85 Prozent der beiden CDs sind überflüssig, weil bekannt, und die unveröffentlichen Studio- und Liveaufnahmen sind nicht nur durchschnittlich, sondern auch noch so wahllos zusammengestellt, dass man wahrscheinlich mehr Struktur in die Abfolge bekommt, wenn man den Player auf "shuffle" stellt. Die 20,95 Euro, die die Compilation bei Amazon kostet, würde ich eher in reguläre Studioalben investieren, die in dem selben Online-Shop nur 9 Euro kosten.

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Bild war dabei

Den "Trend des Winters" hat die "Bild" entdeckt: Brit-Chic. Hübsch sind die Sachen, die dort vorgestellt werden, in der Tat. Aber was genau soll daran jetzt Trend sein? Ah, Kate Middleton trägt sie auch.

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Blur-Reunion: Es geht los

Jahrelang gab es nur Gerüchte, jetzt ist es bestätigt: 2009 wird es zum ersten Mal seit fast 10 Jahren wieder ein Konzert von Blur geben, in der Originalbesetzung mit Damon Albarn am Mikrofon und Graham Coxon an der Gitarre. Am 3. Juli im Hyde Park in London wird es stattfinden, weitere Termine (im Gespräch ist ein Auftritt beim Glastonbury-Festival) sind geplant.
Reunionen gegenüber stehe ich - wie schon mehrfach erwähnt - normalerweise skeptisch gegenüber. Aber für Blur gilt kein normalerweise, handelt es sich für Fans britischer Popmusik doch um eine der größten Bands, die es jemals gegeben hat. Wenn man sich allerdings die Videos anguckt, auf denen die Jungs sich erstmals wieder zu viert präsentieren, gewinnt man nicht den Eindruck, dass sie besonders enthusiastisch oder auch nur glücklich wirken.
Seht selbst:

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Morrissey stolzer Papa?

Ebenfalls im Februar erscheint das neue Morrissey-Album "Years of Refusal", das durch sein, nennen wir es mal außergewöhnliches Album-Artwork schon jetzt von sich reden macht. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, ob der Typ jetzt endgültig durchgeknallt ist oder einfach so genial, dass unsereins nicht mehr mitkommt. Wunderschön fand ich jedenfalls die Bildunterschrift im Guardian: "Can’t a guy clutch a child with letters scrawled on its face without people looking for hidden messages?"
YearsOfRefusal.jpg

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Shock! Horror! The View!

Eine meiner Lieblingsbands von der Insel ist The View. Deren Single "Wasted Little DJs" war für mich der Indie-Hit 2006, und auch die im Januar 2007 erschienene LP "Hats Off To The Buskers" war überaus gelungen. Nun steht die Veröffentlichung der zweiten LP mit dem aus emanzipatorischem Blickwinkel betrachtet zweifelhaften Titel "Which Bitch?" an (naja, im Februar ist es soweit), und ein erstes, sehr überzeugendes Video gibt es auch schon:

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Verspätet eingetroffen: We Smoke Fags

Bereits im Sommer erschienen ist die Single "Eastenders" von "We Smoke Fags", und erst jetzt habe ich sie für mich entdeckt. Es handelt sich dabei um eine Elektro-Punkband aus London mit einem Faible für bizarre musikalische Einflüsse (u.a. Die Doraus und die Marinas, aua). Ist eigentlich gar nicht mein Fall, aber "Eastenders" ist wirklich klasse:

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Don’t mention the war, Jeremy Warmsley

Als Deutscher ist man ja immer etwas peinlich berührt, wenn man als faschistisches Rolemodel in der britischen Öffentlichkeit herhalten muss. So ist es auch im neuen Video von Jeremy Warmsley, "Dancing With The Enemy", wo vom Sauerkraut bis zum Hakenkreuz kein Klischee ausgelassen wird. Dass der Deutsche als unwiderstehlicher Verführer gezeigt wird, macht die Sache nicht wirklich besser… Ich finde das Video zumindest ziemlich pointenfrei und will deshalb lieber auf die neue LP "How We Became" von Jeremy Warmsley zu sprechen kommen, die mir sehr gut gefällt. Eine sanfte, nachdenkliche, intellektuelle Platte eines talentierten Songschreibers, dessen Ruhe und Melancholie ausgezeichnet zu diesen kurzen, kalten Dezember-Tagen passt.
"Dancing With The Enemy" official music video

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