Zu meinen Lieblingsbands aus den 80er-Jahren gehören neben den Smiths und den Housemartins auch die Godfathers. Noch heute höre ich mir ihre Alben "Birth School Work Death" und "More Songs About Love And Hate" regelmäßig an. Ihr energetischer Punk-Rock’n'Roll ist zeitlos und würde, wäre die Band neu und jung, heute mit Sicherheit nicht weniger erfolgreich sein als damals. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass die Band nicht rechtzeitig aufgehört, und in den 90er-Jahren noch ein paar schwache Alben auf den Markt geworfen hat: Jedenfalls sind sie inzwischen leider ziemlich in Vergessenheit geraten. Wie sehr, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Da nämlich werden die Godfathers zum 20-jährigen Jubiläum ihres Debüt-Albums (mit dem schönen Titel "Hit By Hit") noch ein paar Mal auftreten - wenn auch leider nicht in Deutschland. Mehr Infos gibts bei myspace.
Seit zwei Wochen gehe ich jeden Tag auf die Seite www.fabchannel.com, um zu gucken, ob der Mitschnitt des Amsterdamer Konzerts von The View endlich online ist. Jetzt kann ich Vollzug melden! Keine Ahnung, warum die so lange brauchen, so ein Video ins Internet zu stellen. Auf der Seite stand immer "Waiting for clearance" (was genau ist clearance in diesem Zusammenhang?) Egal, Fabchannel ist großartig, The View sind großartig - seht selbst:
Vorweg: Auch für mich gehört Morrissey zu den ganz Großen. Smiths-Fan bin ich, seit ich in den 80er-Jahren zum ersten Mal "How Soon Is Now?" gehört habe. Seine Solosachen haben mir mal besser, mal schlechter gefallen, aber im Prinzip ist er ja eh spätestens seit 1987 unsterblich. Dass der Mann viel Müll redet, fand ich auch immer verzeihlich, schließlich ist Morrissey Exzentriker, und so ein Image will schließlich gepflegt sein. Auch gegen frühere Rassismus-Vorwürfe habe ich ihn immer verteidigt: Nur, weil jemand Rap scheiße findet, muss er ja nicht gleich ein Nazi sein. Jetzt hat er aber auch für mich den Bogen überspannt. In seinem jüngsten NME-Interview redet sich Morrissey auf die harmlose Frage, ob er sich denn vorstellen könne, irgendwann nach England zurückzukehren, dermaßen um Kopf und Kragen, wie es intelligente Menschen niemals tun würden. Da jammert ausgerechnet der Einwanderer Morrissey, der seit Jahren die amerikanische bzw. italienische Identität durch seine Anwesenheit torpediert, über die vielen Einwanderer in England, die ja die ganze Identität kaputtmachen. Lustigerweise führt er Deutschland als leuchtendes Beispiel auf, wo ja alles viel besser sei: "If you travel to Germany, it’s still absolutely Germany. If you travel to Sweden, it still has a Swedish identity. But travel to England and you have no idea where you are…" Es folgt das übliche "Ich hab ja nix gegen Ausländer, aber…"-Blabla. Schlimmer noch: Nachdem der NME das Gespräch veröffentlicht hatte, stellte Morrissey seine Position auf eine derart dümmliche und peinliche Art und Weise "richtig", dass alles nur noch viel schlimmer wurde. U.a. macht er sich über den offensichtlich milchgesichtigen Interviewer Tim Jonze lustig. In der Sache eiert er aber nur herum. Ich kann mich Billy Bragg nur anschließen, der in einem Beitrag für den heutigen "Guardian" die Sache noch mal aus Pop-Star-Sicht analysiert. Für mich ist Morrissey jedenfalls erst mal gestorben.
(Und Johnny Marr lebt!)
In Paul Lesters "Guardian"-Blog findet gerade eine Diskussion über die besten B-Seiten der Musikgeschichte statt, in der man u.a. erfährt, dass "Rock Around The Clock" (Bill Haley) ursprünglich eine war. Komischerweise werden meine persönlichen "Masters of B-sides", Blur, nur am Rande erwähnt. Denn was man da an großartigen, experimentierfreudigen Spielereien aus der "Modern Life Is Rubbish"- bzw. "Parklife"-Phase findet, ist mehr als genial. Kürzlich erst habe ich "Let’s All Go Down The Strand" (B-Seite von "Sunday, Sunday" ausgebuddelt, das sich anhört wie ein 2.-Weltkrieg-Lied der britischen Armee. Oder das bekiffte "Peach" von der "For Tomorrow"-Single. Oder "One Born Every Minute" ("Country House"). Oder "No Monsters In Me" ("The Universal"). Oder "All Your Life". Oder "Tame". Oder "I’m All Over." Oder…
Die beste und rätselhafteste Punk-Band Großbritanniens, The Terminals, hat mal wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben: Auf ihrer myspace-Seite ist ein neuer Song aufgetaucht, von dem ich die Ehre hatte, ihn als 9. Hörer anhören zu dürfen! Durch irgendeinen Zufall bin ich vor Monaten auf diese Band aufmerksam geworden, die stark an die Buzzcocks (zu ihren besten Zeiten) erinnert. Seitdem laufen alle vier von ihnen ins Netz gestellten Stücke bei mir rauf und runter. Großartig ist das klaustrophobische "Interrogation Room", kongenial das nihilistische "Wrong", und "Straightjacket Lovers" ist ein Liebeslied mit wundervoller Punk-Romantik und einer unglaublichen New-Wave-Gitarre. Aber denkste, man kriegt irgendwas über die raus? Dass die Namen Phil Privilege, Alex Arson, Sy Pinkeye, Chris Wrist und Coz so in den Ausweisen der Bandmitglieder stehen, bezweifele ich. Auch im Netz gibt es außer der myspace-Seite nur wenige Lebenszeichen. Aber jetzt ist ja "She’s Making Her Mind Up" online. Hey, das wird noch was!
Ach ja, ein Video gibt es sogar bei Youtube, aber bitte mit geschlossenen Augen angucken:
Am 24.12. müssen Little-Man-Tate-Fans kurz die festlich gedeckte Tafel verlassen und sich an den Computer setzen. Dann kann man sich nämlich die aktuelle LMT-Single "Boy In The Anorak" kostenlos runterladen. Und zwar hier: http://www.littlemantate.co.uk/. Wer nicht so lange warten kann, muss 3 Pound bezahlen.
Am 10. Dezember endet die Download-Aktion von Radiohead. Danach kann man die neue Platte "In Rainbows" nur noch als CD kriegen. Zum Runterladen hier entlang: www.inrainbows.com.