Kaiser Chiefs: Solidarität mit Scott Carson!

Scott Carson? Wer ist das? Muss man den kennen?
Die Antwort ist: nein. Ich erklär’s trotzdem: Scott Carson ist der Mann, der am Mittwoch im Wembley-Stadion als Torhüter der englischen Nationalmannschaft drei Tore kassiert hat. Bei mindestens einem davon sah er überhaupt nicht gut aus. Dazu muss man wissen: Hätten die Engländer ein Tor weniger kassiert, hätten sie sich für die EM 2008 qualifiziert.
Hätten.
Nun muss Carson also in England bleiben und der Rest der Mannschaft auch. Und die WAGs, die Wives & Girlfriends. Und David Beckham. Und Prinz Harry. Und es wird keine tätowierten Fan-Horden vor malerischer Alpen-Kulisse geben.
Und keinen englischen EM-Song. Und keine "People’s Anthem" wie bei der WM.
Scheiße.
Aber England ist nicht nur das Mutterland von Fußball und Pop-Musik, sondern auch der Fairness. Und das bedeutet: Auch in der schwärzesten Stunde steht man dem Verlierer zur Seite. Die Kaiser Chiefs haben Scott Carson in ihrem Blog jedenfalls eine Art "Kopf hoch, Alter" zugeworfen.
Brit-Blog schließt sich zähneknirschend an. Die anderen 10 Spieler waren schließlich auch scheiße.

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Verkanntes Genie: Graham Day

Musiker, über die ich in diesem Blog schreibe, gehen oftmals noch aufs Gymnasium, ihre Gitarren haben sie gerade erst von ihren Eltern zu Weihnachten bekommen und vor ihren TV-Auftritten müssen sie sich mangels Bartwuchs noch nicht mal rasieren. Graham Days letzter Fernsehauftritt liegt mindestens 20 Jahre zurück. Er hat in einem halben Dutzend Bands gespielt und von all diesen coolen Grünschnäbeln könnte er der Vater sein. Seine Songs aber stellen nach wie vor das meiste, was es an aktuellen Hypes gibt, in den Schatten. Seit Day 1980 die Grarage-Punk-Band The Prisoners gründete, wird er in der Retro- und Mod-Szene kultisch verehrt - wirklich erfolgreich sind aber nur seine Weggefährten James Taylor ("James Taylor Quartet") und Billy Childish geworden. Und als "Modfather" gilt heute Paul Weller, obwohl der schon seit langer Zeit nur noch gediegene Altherren-Musik macht. Graham Day hingegen ist seinem energiegeladenen Stil und seinem Ohrwurm-Songwriting immer treu geblieben: mit den Prisoners sowieso, aber auch mit den zahlreichen Prisoners-Nachfolgebands The Prime Movers, Planet und Solarflares. Als letztere sich vor drei Jahren auflösten, sah es so aus, als würde Day den Ruhestand antreten, doch zum Glück hat er es sich anders überlegt. Das Ergebnis ist das jetzt erschienene Solo-Album "Soundtrack to the Daily Grind". Die Platte hört sich an, als habe sie eine Truppe 18-Jähriger aufgenommen, dabei hat sich Day die ebenfalls nicht mehr ganz taufrische Rhythmus-Sektion der US-Garage-Rocker The Woggles ins Studio geholt. Erschienen ist die Platte wie bei Day üblich auf einem Mini-Label - immerhin kann man sie sogar bei iTunes herunterladen. Und was das "verkannt" in der Überschrift angeht, relativiert sich das auch gerade. Denn sowohl das Album als auch die Single "Get Off My Track" sind vom NME mit 7 Punkten bedacht worden - mehr haben die Wombats für ihr Debüt-Album auch nicht bekommen!sttdg.jpg

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Deja vu: We Start Fires

wsf.jpg In den Neunzigern war ich ein großer Fan der Band Elastica, deren Debüt-Album ich noch immer gerne höre, die aber ansonsten in Vergessenheit geraten sind. Die Newcomer-Band "We Start Fires" erinnert nun aber derart an Elastica, dass ein Zufall fast ausgeschlossen scheint. Nicht nur, dass in beiden Bands drei Frauen und ein Mann am Werk sind (bei beiden Bands ist der Mann der Schlagzeuger): Auch das Debüt-Album von "We Start Fires" könnte glatt als ausgebuddeltes verlorenes Album von Elastica durchgehen. Haben da skrupellose Musikmanager eine Kopie zusammengecastet, um den (Miss)erfolg von Elastica zu kopieren? Dann müssten sie jetzt eigentlich noch dafür sorgen, dass die Sängerin mit einer Britpop-Größe anbandelt, so wie es seinerzeit Elastica-Sängerin Justine Frischmann mit Damon Albarn und Brett Anderson getan hat. Und ich werde "Play You" auch in zehn Jahren noch hören, wenn ansonsten alle "We Start Fires" schon wieder vergessen haben!

Foto: idi0tech

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Love Music Hate Racism Hate the Music Industry


Die schon Ende Oktober dem NME beigelegte CD "Love Music Hate Racism" gibt es jetzt auch als Umsonst-Download. Genauer gesagt sind es zwei CDs, die man sich da im MP3-Format runterladen kann. Vertreten sind u.a. The Enemy, The View, Babyshambles, Maximo Park, Blood Red Shoes, Dirty Pretty Things, Billy Bragg, Alber Hammond Jr., Nine Black Alps. Weil sich die Musikindustrie aber, selbst wenn es um einen guten Zweck geht, wie immer total bescheuert anstellt, gibt es die CDs nur in jeweils EINER MP3-Datei, d.h. nicht in Form einzelner Tracks. Umso ärgerlicher ist das, weil es auf beiden CDs durchaus auch den ein oder anderen Song gibt, den ich mir nicht mal aus antifaschistischer Solidarität anhören möchte. Abgesehen davon, dass es für solche Probleme das Tool MP3DirectCut gibt, ist es natürlich trotzdem eine tolle Aktion (warum gibt es sowas eigentlich nicht in Deutschland?) und der Download lohnt sich unbedingt.

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¡hola muchachos!

Langsam scheinen den Brit-Bands wirklich die Namen auszugehen. Wie kommen "Los Campesions!" bloß auf "Los Campesinos!" ? Und überhaupt, wird jetzt so mancher Blog-Leser denken: Ist das nicht spanisch? Wir sind doch hier bei brit-blog.de!! Keine Sorge, dies hier ist und bleibt ein rein britisches Blog. Los Campesinos! kommen ganz normal aus Wales, und britischer als sie kann man auch kaum klingen: Sehr zeitgemäß (also retro), ein guter Schuss New Wave, ein Bisschen Punk, viel Pop und eine Prise Verquastheit (Geigen!!). Zu sehen gibt es Los Campesinos am bzw. 8. November in Berlin und München. Und heute schon bei Youtube:

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Wombats für alle

Der Überraschungshit des Herbstes ist für mich "Let’s Dance to Joy Division" von den Wombats. Nicht, weil es ein schlechter Song ist, eher, weil auf der jetzt erscheinenden LP "A Guide to Love, Loss and Desparation" so viel mindestens gleichweriges Material ist (auf "Kill The Director" hatte ich an dieser Stelle ja bereits hingewiesen). Über die Texte und das etwas infantile Auftreten der Band kann man streiten, aber für mich ist "A Guide to Love, Loss and Desparation" eins der Alben des Jahres. Kann man sich übrigens schon jetzt in voller Länge bei nme.com anhören. Ach ja, und auf Tour kommen die Wombats auch noch!

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